Betriebliche Gesundheitsförderung

Es lohnt sich im gleichen Maße für die Beschäftigten wie für das Unternehmen eine betriebliche Gesundheitsförderung ...

Es lohnt sich im gleichen Maße für die Beschäftigten wie für das Unternehmen eine betriebliche Gesundheitsförderung in Angriff zu nehmen: Die einen möchten gesund bleiben und sich wohlfühlen, die anderen möchten mit gesunden und damit leistungsfähigen Mitarbeitern im Wettbewerb bestehen – Somit für beide eine win – win Situation!

Bettina Leeb gibt Tipps wie ein Projekt zur betrieblichen Gesundheitsförderung abläuft.

Im Fehlzeitenreport Österreich 2020 entdeckt: rund 13 Tage von 250 waren die österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 2020 im Krankenstand.

Dabei sind Atemwegserkrankungen und Rücken- bzw. Muskel-Skelettprobleme die häufigsten Ursachen.

Stimmt und gerade letzteres sind ja typische Bürokrankheiten.
Wir haben das letzte Mal schon darüber gesprochen, wie wichtig Bewegung und bewusste Ernährung gerade auch am Arbeitsplatz sind. Doch es gibt viele weitere Faktoren, die Einfluss auf die Gesundheit haben.
Deshalb ist das Thema betriebliche Gesundheitsförderung ein echtes Fit for Future Thema.

Wo Du Fit for Future sagst: je älter die Arbeitnehmerinnen sind, desto länger ist der Krankenstand. Bei 60 bis 64-jährigen mit knapp 20 Tagen 3,5 mal so lang wie bei den unter 25-jährigen. Die langfristige Betrachtung ist für Unternehmen also umso wichtiger.

Es lohnt sich im gleichen Maße für die Beschäftigten wie für das Unternehmen eine betriebliche Gesundheitsförderung in Angriff zu nehmen: Die einen möchten gesund bleiben und sich wohlfühlen, die anderen möchten mit gesunden und damit leistungsfähigen Mitarbeitern im Wettbewerb bestehen – Somit für beide eine win – win Situation!

Deshalb gibt es in allen Bundesländern konkrete Unterstützungsleistungen für Betriebe, die ein solches Projekt planen.

Ach, das klingt spannend. Wie genau schaut das denn aus?
Die Beratung und Begleitung übernimmt das Österreichische Netzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung –  www.netzwerk-bgf.at

Gleich vorweg: die Durchführungsmaßnahmen/Workshops/Vorträge etc. werden von externen geschulten Beratern abgehalten – und das alles kostenlos!

Zum Abschluss gibt es eine offizielle Auszeichnung und die Qualitätsbetriebe werden auch bei diversen PR- und Marketingmaßnahmen vor den Vorhang geholt.

Kannst Du den Ablauf kurz schildern?
Klar doch, dabei werden 5 Phasen durchlaufen:
1. Die Vorprojektphase – hier werden Strukturen aufgebaut und das Projektteam festgelegt und damit alle Mitarbeiter eingebunden
2. Die Diagnosephase –der Ist-Zustand des UN wird mit Hilfe von Befragungen, Workshops, Gesundheitszirkel erhoben
3. Die Planungsphase – Maßnahmen werden gemeinsam gefunden und ein Plan für deren Umsetzung gemacht
4. Die Umsetzungsphase – in Bereichen wie Zeitmanagement, Gesunde Ernährung, Bewegung, Stressmanagement, ec.
5. Die Evaluations- und Nachhaltigkeitsphase – abschließend werden die Projektziele geprüft und der Nutzen des BGF-Projektes sichtbar gemacht
Sehr professionell. Kannst Du noch 2 bis 3 Beispiele für BGF Maßnahmen nennen?

Zum einen geht es um verhaltensorientierte Maßnahmen mit dem Ziel „gesunde Menschen“. Zum Beispiel präventive Angebote wie Herz-Kreislauf-Aktionen und Gesundheitschecks oder Kurse und Vorträge zu Entspannungstechniken, Raucherentwöhnung bis hin zu gemeinschaftlichen Aktionen wie Nordic Walking.

Zum anderen geht es um verhältnisorientierte Maßnahmen mit dem Ziel „gesunde Organisation“. Das beginnt bei den Rahmenbedingungen wie ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und geht bis zur Personalentwicklung von Lehrlingsprogrammen bis Strategien für produktives Altern.
 
Produktives Altern – was für ein schöner Begriff.
Du hast ja schon gesagt, dass die Maßnahmen selbst gratis sind. Wie lange dauert so ein Projekt denn üblicherweise?

Bei Betrieben bis 50 Mitarbeiter kannst Du rechnen, dass das BGF Projekt in Summe ein Jahr in Anspruch nimmt. In diesem Zeitraum werden an ca. 3 bis 5 Beratungstagen externe Berater kostenlos zur Verfügung gestellt, um bestimmte Meilensteine gemeinsam zu erarbeiten.
Die Kosten der jeweiligen Maßnahmen, welche gesetzt werden, trägt dann natürlich der Betrieb selbst. (Gesunde Jause, Bürosessel, Pflanzen,)

Zum Abschluss noch eine Frage: Wo kann sich ein Unternehmer Hilfe holen, wenn er bereits kranke Mitarbeiter hat?
Hierfür gibt es in Österreich ein Angebot namens: Fit2work
Das ist ebenfalls eine kostenlose Beratung
• Für Personen, deren Arbeitsplatz aufgrund von gesundheitlichen Problemen gefährdet ist
• Für Unternehmen, die die Arbeitsfähigkeit und Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördern wollen
Fit 2 Work hilft dabei, lange Krankenstände, frühe Pensionsantritte und Kündigungen zu verhindern. Das erfahrene Personal des Unternehmens bleibt somit erhalten und die Mitarbeiter fühlen sich wohl und sind motiviert.
Super, beides sind tolle Angebote, die sich für jeden Betrieb lohnen. Danke Bettina für diese wertvollen Informationen und wir wünschen allen viel Gesundheit und dass Sie selbst und Ihr Unternehmen „Fit for Future“ sind und bleiben.

Der Podcast der fidas Steuerberater Österreich. Mit News zu Wirtschaft, Steuern und Recht. Kurz und knackig in 5 bis 7 Minuten präsentiert. www.fidas.at

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