Sind Steuerberater systemrelevant?

Covid und seine Folgen halten uns auf Trab und das wird wohl noch lange so bleiben.  SteuerberaterInnen leisten dabei Großartiges für ihre Klienten.  Eine Frage, die dabei viel diskutiert wurde, lautet „Sind Steuerberater systemrelevant?“ StB Gerhard Engl berichtet aus der Praxis, was und wie Steuerberater ihre Mandanten unterstützen.

Es gibt viele Berufsgruppen, deren Relevanz in der Krise deutlich wurde. Egal, ob Medizinisches Personal, Pflegepersonal, Angestellte im Lebensmittelhandel (um nur ein paar zu erwähnen). Sie alle leisten wahre Wunder in der Krise und man kann ihnen nicht genug dankbar sein.
Diese wichtigen Berufsgruppen kümmern sich um das Wohl der Menschen. Und wir in den Steuerberatungskanzleien haben das Wohl der Unternehmen im Fokus. Es gibt arg gebeutelte Branchen, für die wir als Krisenmanager und vertrauter Ansprechpartner dienen.

Wirklich wichtig, und Steuerberaterinnen und Steuerberater genießen ja generell ein hohes Vertrauen und sind manchmal eher Seelsorger als Erbsenzähler, doch bis jetzt wurde diese Arbeit wohl eher als „lästige Pflicht“ betrachtet. Hat sich das inzwischen geändert?

Eine aktuelle Umfrage des Meinungsinstituts Spectra, die im Auftrag der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer durchgeführt wurde, zeigt dass sich unser Image in der Krise weiterhin (tatsächlich) verbessert hat.

Zwei konkrete Punkte daraus:
1.    Steuerberater und Steuerberaterinnen zählen mit einem Anteil von 97% zu den am häufigsten genutzten externen Dienstleistung in den heimischen Unternehmen
2.    Und 88% sagen, sie sind mit dieser Berufsgruppe am zufriedensten

Link zur Studie [https://www.ksw.or.at/PortalData/1/Resources/pressepresseaussendungen/Presseaussendung_vom_15.11.2021.pdf]

Also ist die Steuerberatung (nicht nur in der Corona-Krise) auf jeden Fall relevant. Doch wurde der Berufsstand in Österreich auch offiziell als systemrelevant eingestuft?

Nein, das zwar nicht, doch unsere Klienten können so oder so auf uns zählen

Zu welchem Thema gab oder gibt es denn die meisten Anfragen?
Natürlich alles was in Zusammenhang mit der Krisenbewältigung steht. Die aktuellen, verlängerten Covid-Maßnahmen wie Kurzarbeit, Ausfallsbonus, Verlustersatz oder Härtefallfonds als auch der Fixkostenzuschuss oder der Unterstützungsfond für Vereine, den sogenannten NPO`s, aber auch die Antragstellung für Investitionsprämien, Hilfestellung und Beratung bei Zwischenfinanzierungen als wie auch Zahlungserleichterungsansuchen bei Finanzamt und Krankenkassen.  

Wie seid Ihr denn in der Fidas-Gruppe selbst mit der Corona-Situation umgegangen?

Während des Lockdowns und auch zuvor haben wir gottseidank schon viele Vorkehrungen getroffen, damit wir mit Teams  im Home – Office arbeiten können. So waren wir in der Lage, unsere Leistungen weiterhin im Wesentlichen termingerecht zu erbringen. Falls unvorhergesehen doch das eine oder andere an Sie nicht sofort beantwortet werden konnte, bitten wir Sie angesichts der Umstände um Verständnis. Durch diese Maßnahmen war während des Lockdowns jederzeit eine bestmögliche Betreuung sichergestellt.

Und was habt ihr in den vergangenen 2 Jahren aus der Krise gelernt? Was hat sich für Euch verändert?

Wir konnten uns in den Kanzleien flexibler und moderner organisieren. Auf alle Fälle wurde der geplante Digitalisierungsprozess schneller umgesetzt, auch das papierlose Verbuchen als auch  das automatische Verbuchungssystem wurde schon installiert.
Auch werden viele Klienten- und Beratungstermine sowie auch Mitarbeitergespräche über digitale Kommunikationskanäle abgehalten.

Nun ändert sich gefühlt wöchentlich etwas an den Bestimmungen, Maßnahmen und Hilfestellungen. Ich bewundere ja, wie Ihr da den Überblick behaltet, verrate mir Euer Geheimnis, wie macht Ihr das?

Wir und unsere Mitarbeiter sind mittlerweile nach fast zwei Jahren schon Experten bei den sämtlichen Covid-Hilfsmaßnahmen, so dass wir nach Bekanntgabe und Veröffentlichung neuer Richtlinien schnellstens für unsere Klienten reagieren können, und fassen die wichtigsten Punkten in unseren wöchentlichen und monatlichen Newsletter zusammen, außerdem bereiten wir die Beiträge auch auf Social Media klar und verständlich aktuell auf.

Apropos digitale Kompetenzen und Mitarbeiter – wie sieht denn die Suche nach neuen Mitarbeitern und Talenten in der Steuerbranche aus?
Wir merken, dass hierbei digitale Kanäle immer wichtiger werden, deshalb sind wir auf Facebook, Instagram und LinkedIn vertreten. Junge Leute informieren sich über Social Media über ihren zukünftigen Arbeitgeber- Auch in der Steuerbranche.

Danke für den Einblick in Eure Arbeit. Auch 2022 wird die Fidas alles tun, um ihren Klienten das Leben leichter zu machen und die Unternehmen auf Erfolgskurs zu halten. In diesem Sinne „Positiv Denken und Negativ Testen“.

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